Jahresrückblick 2017 – Ein Jahr voller Neuanfänge | Teil 2

Mein Jahr 2017 - Ein Jahr voller Neuanfänge und Herausforderungen. Wie ich mich als Bloggerin selbstständig gemacht habe und Krisen überwunden wurden.

2017. Ein Jahr voller Veränderungen und Neuanfänge. Kaum eine Ebene hat sich bei mir in diesem Jahr nicht verändert. Ich weiß, es ist Dezember. Ich weiß, die Jahresrückblicke und guten Vorsätze häufen sich. Und trotzdem möchte ich diesen Artikel schreiben. Trotzdem möchte ich das ganze Jahr noch einmal Revue passieren lassen. Weil einfach unheimlich viel passiert ist. Weil dieses Jahr für mich ein riesengroßer Meilenstein ist. Und weil dieses Jahr für mich voller so unglaublicher Veränderungen steckte, dass ich es immer noch nicht glauben kann.

Hättest du mich Ende letzten Jahres gefragt – ich hätte nicht geglaubt, dass ich heute sagen würde: Ich glaube an mich. Ich bin zufrieden. Ich habe das Gefühl, nach unendlich vielen Anlaufschwierigkeiten macht sich so viel Arbeit an mir selbst und meinen Zielen bezahlt.

Hier findest du Teil 1 meines Jahresrückblicks – die Monate Januar bis Juni. Heute geht es weiter im Juli, in dem ersten Monat meiner Selbstständigkeit als hauptberufliche Bloggerin.

Juli

Ich begann den Juli im Norden bei meinem Papa. Er hatte Geburtstag und am selben Tag feierten meine langjährige Freundin Maraike und Rieke ebenfalls. Beste Gelegenheit also, mich in der Heimat blicken zu lassen.

Den Juli wollte ich entspannt beginnen. Und das tat ich auch. Ich weiß noch, dass ich die ersten zwei Wochen dieses Monats erstmal hauptsächlich mit Schlafen verbracht habe. Ich war so erschöpft und froh, den Druck los zu sein, dass ich jede Nacht 10-12 Stunden schlafen musste.

Nach dieser Phase wachte ich irgendwann morgens wieder schlagartig um 5:30 auf. Da wusste ich, es kann losgehen. Ich bin jetzt soweit. Ich wollte neu starten, begann mit neuen Gewohnheiten für mich und arbeitete unentwegt an meinen eigenen Projekten. Es gab mir so einen Aufschwung und Motivation, dass ich wieder 5-6 Tage die Woche trainieren konnte (wenngleich Muay Thai zu dem Zeitpunkt schon wieder flach fiel, weil meine Schulter seit dem Autounfall im Mai Probleme mache). Ich traute mich endlich wieder, ein läuferisches Ziel zu setzen: Die 10-Wochen Halbmarathon Vorbereitung begann und die Entscheidung fiel auf Köln im Oktober.

August

Die FIBLOKO 2017 stand bevor – die erste Fitness Blogger Konferenz in Deutschland. Ein weiteres Highlight im August sollte mein wohlverdienter Urlaub sein. Dieses Mal wirklich – und der erste richtige Urlaub in diesem Jahr. Mein Freund und ich entschlossen uns, einen kleinen Bungalow in Polen zu mieten und viel zu wandern, lesen und zu schlafen. In der letzten Augustwoche sollte es losgehen.

Aber hey – der Juli war so ereignislos. Das wollte der August schon wieder wett machen. Mein Freund kam Anfang des Monats ins Krankenhaus und wurde operiert. Ich sagte die FIBLOKO ab, weil ich ihn nicht allein lassen wollte und es mir schlichtweg zu viel wurde.

Parallel entstanden neue Aufträge. Ich weiß nicht, ob du dich noch an mein Ferratum Pop Up Event erinnerst – zumindest war dieser Auftrag sehr kurzfristig reingekommen. Und die Chance wollte ich einfach nicht ablehnen. Obwohl das Event inmitten meines Urlaubs stattfinden sollte. Ich entschied mich, den Auftrag und das Event anzunehmen, zu planen und zu organisieren. Trotzdem fuhren wir wie geplant in den Urlaub – unser Bungalow in Polen war ja glücklicherweise „nur“ 350km entfernt. Das machte ein Zwischenfahren nach Berlin recht einfach.

So erlebte ich einen weiteren Meilenstein: Mein erstes großes Pop Up Event. Ich habe zwar zuvor schon des Öfteren Workshops gegeben und kleinere Events organisiert, doch etwas in dieser Größe war eine ganz neue Erfahrung für mich. Insgesamt um die 40 Gäste betreute ich an diesem Tag, erfüllte ihn mit Workouts und Workshops, Vorträgen und einem Abschlusslauf. Noch heute bin ich so unendlich dankbar für diese riesige und fantastische Chance. Was meinst du? Sollte ich sowas in 2018 öfter in Angriff nehmen?

Jahresrückblick 2017 - Laufvernarrt beim Ferratum Pop Up Event
Fredi & Paula ausgepowert und zufrieden nach dem Pop Up Event.

Direkt am nächsten Tag ging es zurück in den Urlaub – dieses Mal richtig. Mit offline sein, unendlich viel schlafen (du merkst, das ist direkt nach Sport mein größtes Hobby), im See baden und wandern, was das Zeug hielt. Der Urlaub war mehr als benötigt – und heute merke ich, dass es nicht verkehrt gewesen wäre, in diesem Jahr noch ein bisschen mehr Pause und Zeit für mich freizumachen….

Jahresrückblick 2017 - Wandern in Polen mit Mops-Mischling Meister Yoda

September

Im Training und beruflich gab ich nochmal Vollgas. Ich spürte, dass ich die Halbmarathonvorbereitung doch etwas zu sehr hatte schleifen lassen, doch mein Körper hatte mir das zuvor irgendwie signalisiert. Und beruflich – tja, ich hatte nach dem Urlaub einfach unendlich viele Ideen und eigene Projekte, die ich umsetzen wollte und plötzlich noch ein paar spannender Kampagnen, an denen ich mitwirken durfte.

Mitte September kam ich das allererste Mal ins Fernsehen und durfte im Rahmen eines Interviews auf dem rbb ein bisschen was über das Laufen erzählen. Und Ende September dann eine in meinen Augen riesige Chance: ProSieben kontaktierte mich relativ kurzfristig – sie wollten mich für einen Werbespot für das neue Label ShapeRepublic haben. Ein Werbespot mit Sophia Thiel, Sarah Nowak und noch weiteren tollen Fitness-Ladies. Ich sagte sofort zu und verbrachte also die letzten Tage im September am Set, bevor es nach Köln zum Halbmarathon ging.

Jahresrückblick 2017 - Am Set mit Shape Republic, Sophia Thiel und Sarah Nowak.

Schon seit August hatte ich gemeinsam mit meine Vater nach einem neuen Bus für Reisen und co. für 2018 gesucht. Und dann am Tag meiner Fahrt nach Köln war es soweit: Er hatte sich einen 37-Jahre alten Fiat 238 angesehen – und ihn direkt gekauft.

Jahresrückblick 2017 - Laufvernarrt Mobil: Luigi, der Fiat 238

Oktober

Erster Oktober. Das sollte mein Tag werden. Nach zweieinhalb Jahren Wettkampfpause hatte ich mich entschieden, endlich wieder an einem Halbmarathon teilzunehmen. Im Team Laufvernarrt wollten wir gemeinsam die Strecke in Köln rocken. Gemeinsam mit meinen Freundinnen Maxi und Fredi hatte ich ein Airbnb gebucht und noch ein paar weitere tolle Mädels mobilisiert.

Doch es kam, wie es kommen musste – Ich hatte mich overpaced. Ein klassischer Fall von Paula würde ich mal sagen. Mein Körper stoppte mich mal wieder. Am Ende des Drehs für ProSieben und somit einen Tag vor dem Halbmarathon spürte ich, wie sich eine Erkältung bereitmachte. Bis Samstagabend vor dem Halbmarathon gab ich die Hoffnung noch nicht auf, über Nacht entwickelte sich aber so ein fieser Husten, dass die einzig vernünftige Entscheidung war, nicht anzutreten. Stattdessen feuerte ich mein Team an, was das Zeug hielt und verbrachte den Tag so warm und ruhig wie möglich.

Es fiel mir bei Weitem nicht leicht, diese Entscheidung zu treffen. Und doch bin ich inzwischen vernünftig genug, auf mich zu vertrauen und meinem Körper die Ruhe zu geben, die er braucht, wenn er mich ausbremst.

Im Endeffekt glaube ich, dass ich das vielleicht brauchte. Ich habe daraus nur etwas Positives gezogen. Denn im Rahmen der Halbmarathon-Vorbereitung wurde das Laufen eher zur Pflicht und Routine als zum Spaß an der Freude. Kaum hatte ich den Halbmarathon gecancelt, spürte ich, dass ich ganz andere Foki in meinem Training setzen wollte und entdeckte meine Liebe zum Trail Running neu. Das Laufen, was für mich eigentlich immer völlig normal gewesen war, bis ich in das Zentrum Berlins gezogen war. Und plötzlich brachte Laufen wieder Spaß, Lebensenergie und ich wusste, wofür ich rannte.

Du hast ja schon langsam gemerkt, mein Leben hat sich in diesem Jahr scheinbar ununterbrochen etwas Neues für mich ausgedacht. So blieb es im Oktober nicht nur bei einer Erkältung, sondern folgte auch noch eine Operation am Schneidezahn. Keine schöne Sache, weitere Tage Sportpause, aber glücklicherweise keine Komplikationen!

Doch auch in anderen Punkten brachte mich der Oktober wahnsinnig weiter – ich traute mich nach Monaten der Panikattacken und zwei abgesagten Fahrten in die Heimat endlich wieder, allein zu meinem Vater zu fahren. Mit dem Auto. Ich wollte schließlich meinen neuen Bus – Luigi – kennenlernen.

Ich hörte „Das Café Am Rande Der Welt“ als Hörbuch während meiner Fahrt in den Norden und bekam so einen mentalen Aufschwung durch dieses Buch, dass ich täglich neue Gedanken daraus in meine Meditation integrierte. Und nur wenige Tage später begann ich wieder, Zeit mit Pferden zu verbringen und suchte mir die Möglichkeit zu einer Reit- und Pflegebeteiligung.

Ende Oktober gab es noch einen spontanen Kurztrip in die sächsische Schweiz – genau das Richtige, um sich mal wieder ein wenig auf die Natur und das Wesentliche zu besinnen und definitiv einer meiner schönsten Ausflüge in 2017.

Jahresrückblick 2017 - Wandern und Trail Running in der sächsischen Schweiz

November

Im November veröffentlichte ich endlich nach monatelanger Arbeit mein neues Ebook: Selbstläufer – 8 Wochen Ernährungsumstellung: Der ganzheitliche und dauerhafte Weg zur gesunden Ernährung. Stolz wie Oskar bin ich auf dieses neue Werk, das nicht nur irgendein Ernährungsbuch ist, sondern tatsächlich ein komplettes Programm darstellt, mit dem du langfristig und ganzheitlich deine Ernährung umstellst.

Ich spürte im November, dass ich allmählich an meine Grenzen komme. Und zwar an meine Grenzen, die ich selbst forciere. Immer wieder machte ich mir zu viel Druck, hatte zu hohe Ansprüche und gab mir zu wenig Ausgleich. In diesem Moment fand ich dafür keine Lösung, im Dezember jedoch ging ich es fokussierter an.

Dezember

Der letzte Monat begann mit fantastischen Nachrichten: Mein Freund und ich bekamen die Zusage für unsere Traumwohnung fünf Gehminuten vom Wald entfernt. Für uns war das etwas Riesengroßes, weil wir seit einiger Zeit die Schnauze voll von Friedrichshain hatten. Das Zentrum Berlins ist für Kleinstadt- bzw. Landkinder wie ihn und ich vielleicht nicht ganz der richtige Ort zum Wohnen. Und in den letzten Monaten wurde mir immer bewusster, wie unheimlich wichtig für mich die Natur und Ruhe für mich ist. Wir bekamen also Anfang des Monats die Zusage und hatten ein Schweineglück, weil es gerade mal die zweite Wohnung war, die wir uns angesehen hatten.

Von da an wurde es nochmal stressig. Eigentlich fasste ich irgendwann im Dezember nach einem kleinen Tiefpunkt den Entschluss, den restlichen Monat bzw. den Rest des Jahres nochmal ruhiger anzugehen, wenig zu arbeiten und mir eine Auszeit zu gönnen. Ich fühlte mich demotiviert und erschöpft. Mir fehlte ganz einfach die Kraft und Struktur für das Arbeiten, was im Endeffekt auch kein Wunder ist, nachdem ich mir hier meinen ganzen Jahresrückblick anschaue. Zu meiner Erschöpfung gesellten sich ein paar Hater und für mich war klar: Ich brauche Pause. Ich brauche Offline-Zeit. Eigentlich wollte ich direkt ein paar Tage rausfahren und Urlaub machen. Uneigentlich war plötzlich schon Mitte Dezember, ich hatte noch diverse wichtige Termine in Berlin und es wurde langsam Zeit, den Umzug vorzubereiten, Nachmieter zu suchen und alles zu organsieren.

Es war mir – ehrlich gesagt – alles ein bisschen zu viel. Diese Erschöpfung da in mir, die war so riesig, dass ich mich hilflos fühlte. Ich hatte das Gefühl, mich nicht aufraffen zu können. Ich war mit nichts zufrieden, was ich geschaffen hatte und ich war müde. Hatte diesen Druck im Hinterkopf, der schon im November begonnen hatte, wollte bessere Ergebnisse, wollte mehr, wollte mir die Ruhe nicht so richtig gönnen. Ich drehte mich im Kreis, fand mich zurück in ein paar Depressiönchen und beschloss kurzerhand, mich an einen Psychologischen Coach zu wenden, mit dem ich direkt begann via Skype zusammenzuarbeiten. Schon nach der ersten Session spürte ich, dass ich genau das gerade brauchte. Ein bisschen Unterstützung von außen. Jemanden Professionelles, der mir hilft, mich besser zu strukturieren und zu verwirklichen.

Es ging weiter – und zu Weihnachten fanden mein Freund und ich uns mitten im Umzug wieder. Anstelle von Tannenbaum und Nussbraten gab es also dieses Jahr Boden verlegen und Kartons schleppen. Doch: Es hat sich gelohnt. Denn heute kann ich schon aus meinem neuen Office mit Blick auf den Balkon und den dahinterliegenden Wald diesen Text schreiben und mich an unserer wundervollen neuen Wohnung erfreuen.

Die letzten Tage Dezember bleiben für mich ruhig. Ich priorisieren für 2018, mache mir neue Ziele und setze den Fokus neu, ordne meine Gedanken und entspanne. Ich bin zwar nicht sonderlich begeistert von Neujahrsvorsätzen, doch diese Zeit zwischen den Tagen nehme ich mir, um mir die Ruhe zu erlauben, auf die ich so lange gewartet habe. Ich nehme sie mir, um mich neu zu sortieren, zu spüren und herauszufinden, was ich will und wie mein Leben, mein Blog und Laufvernarrt in 2018 aussehen sollen und was ich in diesem Jahr vielleicht besser angehen kann. Und das Beste? Ich muss das nun nicht mehr alleine – wenngleich ich vorher schon immer den Rückhalt und die Unterstützung meines Freundes und meiner Familie hatte, ist die Unterstützung von außen noch eine ganz besondere Form der Arbeit an mir selbst.

Jetzt bist du dran! Hast du Wünsche, Vorschläge, Themen oder Fragen, Artikel, Videos, Workshops, Online Kurse, Bücher, ….. die ich im Jahre 2018 umsetzen oder behandeln soll? Lass es mich gerne in einem Kommentar wissen! Ich bin gespannt auf deinen Kommentar und deine Ideen und absolut dankbar für jede Inspiration 🙂

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One thought on “Jahresrückblick 2017 – Ein Jahr voller Neuanfänge | Teil 2

  1. Liebe Paula

    Das war ein Ereignisreiches Jahr für dich.Toller Rückblick.
    Vielleicht schaffst du es ja dieses Jahr dir kleine Ruhepausen zu schaffen…Kraft in der Natur,durch liebe Menschen. Kennst du den Begriff Waldbaden?Fällt mir Grade dazu ein.
    Ich bin in 2017 zufällig auf deinen Blog gestoßen und mein Gefühl hat mir sofort gesagt,dass ich dir unbedingt weiter folgen muss. Ich wollte Veränderung..wieder ins Laufen einsteigen, mich gesund ernähren, das emotionale Essen unter Kontrolle zu haben und mehr darüber erfahren,ich wollte abnehmen und vieles mehr.Zu viel.Jedes Kilo was runter war…kam wieder…laufen…Zu müde dafür.
    Du hast sehr viele tolle Beiträge gepostet/geschrieben,woraus ich mir sehr viel mitnehmen konnte.
    Ich gehe jetzt kleine Schritte und versuche nicht alles auf einmal zu wollen.
    Habe mich hier einer Athletikschule angeschlossen und laufe dort einmal die Woche in einer Gruppe abends (wenn die Kinder im Bett sind und mein Mann daheim) und mache dort einmal in der Woche ein HIIT Training.Für mich ein toller Schritt gewesen.Du hast mir Mut gemacht…Eine sehr persönliche Schule mit netten Athleten und einer herzlichen Trainerin.Schade das du in Berlin und nicht in Würselen/Aachen bist.Training mit dir macht bestimmt Spaß.
    Ich laufe wieder-bis zu 10km 🙂 und habe Sylvester meinen ersten 4,8km Wettkampf gehabt mit persönlicher Bestzeit-wobei mir Zeiten nicht so wichtig sind.
    Mein Ziel ist der Kölnhalbmarathon-vielleicht im Team Laufvernarrt?
    Aktuell ist das Thema Ernährung ganz weit oben bei mir.Ich habe die Süßigkeiten von meinem Plan gestrichen und suche mir andere Dinge wenn ich Stress habe.
    Vieles was du schreibst berührt mich und kann ich unterstreichen.
    So wollte ich dir ein dickes Danke senden…Habe es bis heute nicht geschafft…und nun dein Post bezüglich der Gruppe.Das hat mich nochmal wach gerüttelt-das man sowas sofort macht und nicht aufschieben.
    Ich wünsche dir ein Ereignisreiches Jahr!Go with the Flow und wenn dir die Workshops Freude bereiten,dann mach sie auch in diesem Jahr.
    Ich freue mich auf viele weitere Artikel von dir und vielleicht laufen wir uns ja irgendwAnn mal über den weg 😉

    Herzliche Grüße und vielen Dank!

    Judith

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