Warum du so faul bist – Disziplin, Willensstärke und Willenskraft

Hast du dich auch schonmal gefragt, warum manche Menschen scheinbar disziplinierter sind als andere? Und wo diese Menschen ihre Disziplin hernehmen, zum Beispiel fünfmal wöchentlich zum Sport zu gehen und sich zu 80% gesund zu ernähren?
Diese Fragen möchte ich dir mit dem heutigen Blogartikel beantworten und dir Tipps und Tricks liefern, wie auch du deine Disziplin auf neue Levels bringt.
Ich werde dir erklären:

  • Was Disziplin ist
  • Wo der Unterschied zwischen Willenskraft und Willensstärke ist
  • Von welchen Faktoren deine Willenskraft und Disziplin abhängig ist
  • 5 Tipps für mehr Disziplin und Willenskraft im Alltag

Was ist Disziplin?

Disziplin. Wir alle kennen dieses Wort. Und behaften es zumeist irgendwie negativ. Es klingt nach Verzicht und Kasteiung, oder? Deshalb mag ich das Wort nicht. Dabei hat Disziplin eigentlich nur zwei Bedeutungen:

  1. Das Einhalten von bestimmten Vorschriften/Regeln
  2. Das Beherrschen des eigenen Willens, Gefühle und Neigungen, um etwas zu erreichen

Ich bevorzuge es, über meinen Willen und meine Gewohnheiten zu sprechen. Denn letztlich sind diese beiden Faktoren der Schlüssel zur Erreichung meiner Ziele.

Wenn ich etwas erreichen möchte, dann muss ich es wollen.
Und für meinen Willen wiederum benötige ich Willensstärke. Je stärker mein Wille ist, etwas zu erreichen, umso bereiter bin ich, etwas dafür zu geben. Und dort werden Disziplin und Willensstärke zu einer Einheit.

Bist du einfach nur zu faul? Was Disziplin ist, wovon sie abhängt und warum du deine Willenskraft wie einen Muskel trainieren kannst.

 

Willensstärke und Willenskraft

Der Wille, etwas zu verändern und dafür Energie aufzuwenden, besteht im Prinzip aus zwei Dingen: Der Willensstärke und der Willenskraft. Die Willensstärke ist dabei eine trainierbare Fähigkeit, die du besitzt und stärken kannst. Und die Willenskraft ist dann das, was du entsprechend wie einen Muskel trainierst, um an Willensstärke zu kommen. Aber genau wie ein Muskel kann die Willenskraft ermüden und braucht Phasen der Regeneration, um stärker zu werden.

Du kannst Willensstärke und Willenskraft also eigentlich vergleichen mit Muskelstärke (also die maximal mögliche Kraft deines Muskels) und Muskelkraft (entsprechend die Kraft, die der Muskel je nach Ermüdung oder Tagesform aufwenden kann).

Genau zu diesem Thema gibt es ein Modell, das der Veranschaulichung dient. Es handelt sich hierbei um das „Kraft-Modell der Selbstkontrolle“. Dieses besagt dass die Energie für die Selbstkontrolle (sprich deine Willenskraft und Disziplin) endlich, aber regenerierbar ist.

Wovon ist deine Willenskraft abhängig?

Deine Willenskraft ist abhängig von unterschiedlichen Faktoren. Sowohl körperliche Faktoren als auch Dinge aus deiner Umwelt können hierbei eine entscheidende Rolle spielen und über deine Disziplin entscheiden. Die wichtigsten Faktoren sind hierbei:

  • Aufwand
  • Komplexität
  • Folgen
  • Erschöpfungsgrad
  • Blutzuckerspiegel

Das heißt also, deine mangelnde Disziplin ist nicht bloß eine Frage der „Faulheit“. Besonders körperliche Faktoren wie Erschöpfungsgrad und Blutzucker sind nicht ausser Acht zu lassen und helfen dir vielleicht zu verstehen, weshalb du eine Lowcarb-Diät gepaart mit exzessivem Sport nicht lange durchhalten kannst und willst. Je aufwändiger und komplexer die Aufgabe ist, vor die du dich stellst, umso größer ist die Hemmschwelle. Und damit einhergehend umso niedriger deine Disziplin.

Die Willensstärke hingegen entwickelt sich über die Zeit – je öfter du deinen Schweinehund überwunden und dich quasi „diszipliniert“ hast, desto stärker wird dein Wille.

5 Tipps für mehr Disziplin und Willenskraft im Alltag

5 alltagstaugliche Tipps für mehr Disziplin und Willenskraft in deinem Alltag - wie du das Modell der Selbstkontrolle nutzt, um deine Psyche zu stärken.

  1. Halte deinen Blutzuckerspiegel konstant.
    Durch die regelmäßige Zufuhr langkettiger Kohlenhydrate gehst du sicher, dass dein Blutzucker nicht absinkt und du dadurch körperlich deine Willenskraft gemindert wird.
  2. Schlafe ausreichend.
    Um deine Erschöpfung niedrig zu halten, solltest du ausreichend schlafen. Auch auf deinen Blutzuckerspiegel hat eine richtige Dosis Schlaf einen positiven Einfluss.
  3. Lege regelmäßig (aktive) Pausen ein.
    Achte auf ausreichend Erholung, damit deine Willenskraft sich regenerieren kann und du deine Erschöpfung minimierst.
  4. Bevorzuge simple Wege zum Ziel.
    Reduziere Aufwand und Komplexität der Tätigkeiten, die dich ans Ziel bringen sollen.
  5. Setze Prioritäten auf die Wege mit der größten Wirkung.
    Je mehr dir eine bestimmte Tätigkeit in der Folge nutzt, desto leichter wird es dir fallen, dich dafür zu disziplinieren. Deshalb solltest du dich auf das Wesentliche fokussieren.

Und? Wie steht es um deine Disziplin? Erkennst du Punkte, woran bisher deine Disziplin gescheitert ist? Schreibe gerne einen Kommentar mit deinen Erkenntnissen rund um Disziplin und Willensstärke!

Bist du einfach nur zu faul? Was Disziplin ist, wovon sie abhängt und warum du deine Willenskraft wie einen Muskel trainieren kannst.

Quellen: The Science Of Willpower | Ego depletion and the strength model of self-control |The Strength Model of Self-Control

MerkenMerken

2 thoughts on “Warum du so faul bist – Disziplin, Willensstärke und Willenskraft

  1. Bei mir scheitert es leider immer am Heißhunger. Aber ich kann leider nicht den ganzen Tag konstant essen bzw. ausreichend Pausen machen, da ich im Kinderheim arbeite und die Kinder dann auch was wollen, was eben nicht geht. Hast du dafür einen Tipp?

    1. Hey, konstant essen muss ja gar nicht sein. Wichtig ist dann eher, bei den Mahlzeiten auf langbettige Kohlenhydrate, gute Fette und gute Proteine zu setzen. Z.B. Lunchbowls mit ordentlich VK-Reis oder Quinoa, Hülsenfrüchten, Avocado und Kokosöl hält locker ein paar Stunden satt. Ansonsten ist dafür auch Intermittierendes Fasten manchmal hilfreich (gibt’s hier auch ein paar Artikel). Alles Trainingssache!! 🙂

Kommentar verfassen