Laufen gegen Depressionen: Der Lauf für seelische Gesundheit Berlin 2018

Laufen hilft gegen Depressionen und sorgt FÜR seelische Gesundheit! Gemeinsam stehen wir auf für ein Thema, das viel zu oft totgeschwiegen wird! Keine Scham für Depressionen - zeig dich, gemeinsam mit mir am 04. August auf dem Tempelhofer Feld in Berlin!

Dieser Artikel enthält Werbung. An meiner persönlichen Meinung und dem Herzblut, das hineingeflossen ist, ändert das nichts. 

Es ist nun schon einige Jahre her, dass ich das erste Mal mit Depressionen zu kämpfen begann. Damals war ich schwer magersüchtig und untergewichtig. Kein Wunder also, dass mein Körper schlichtweg nicht mehr in der Lage war, den gesunden Hirnstoffwechsel aufrechtzuerhalten. Ich verbrachte teilweise Tage mit Weinen. Mit der tiefsten Düsternis, die mir auf der Seele lag. Ich fühlte mich gelähmt damals. Das Leben war sinnlos und ich verlor den Mut. Ich hatte keine Kraft. Keine Lust mehr, aufzustehen. Um mich herum schien nur die Leere. Ich isolierte mich immer weiter – der größte und dennoch häufigste Fehler, den Depressive machen. Doch es war mir egal. Obwohl ich nie darüber nachgedacht habe, mir das Leben zu nehmen, fühlte ich mich unfähig, den Alltag zu bewältigen.

Man sagte mir, es würde aufhören, wenn ich wieder ausreichend essen und wiegen würde. Doch das tat es nicht. Vielleicht wurde es weniger. Die Phasen der Depression wurden kürzer und die Phasen des „Es-Ist-Ganz-Okey“ wurden länger. Doch im Endeffekt drehte ich mich im Kreis. Genau dieses furchtbare Gefühl, das ich hatte, wenn ich ganz akut in der Depression steckte.

Was dann folgte, das war ein jahrelanger Prozess. Ein holpriger und steiniger Weg. Aber dennoch gehörte es dazu. Immer wieder hinfallen, immer wieder aufstehen. Es begann, mein Alltag zu werden. Ich hab Einiges ausprobiert, was die Depressionen verstärkte. Und schließlich Mittel und Wege gefunden, die die Depressionen linderten. Die mir Struktur und einen Lichtblick gaben. Die meinem Körper und Geist halfen, mehr Mut und mehr Kraft zu schöpfen. Mit Sport, Bewegung, Laufen, einem stabilen Umfeld, einer guten Ernährung, Psychotherapie und letztlich auch Medikamenten fand ich einen Weg in ein stabileres Leben.

Ich war in vielen Behandlungen. Und ich bin bis heute davon überzeugt, dass es genügend körperliche Aspekte gibt, die so eine Depression begünstigen. Und auch das System, in dem wir leben, macht es nicht unbedingt einfacher. Die Gründe für Depressionen mögen auf psychischer Ebene unglaublich individuell sein. Doch auf körperlicher Ebene gibt es Dinge, die wir beeinflussen können.

Heute weiß ich nicht mehr, was mich aus diesem dunklen Kreislauf herausgeholt hat. Doch was ich weiß: Der Sport, das Laufen, mein stabiles Umfeld, meine gute Ernährung, mein offener Umgang, das Wissen, das mehr Menschen betroffen sind außer mir, und letztlich die Medikamente, die ich bekam, haben mir geholfen. Soweit geholfen, dass ich diesen Text heute schreiben und sagen kann: Das Gefühl, das ich dort oben beschrieben habe – Das Gefühl, das alles sinnlos und sich leer anfühlt – das begegnet mir immer seltener.

 

Der Lauf für seelische Gesundheit Berlin 2018

„Die Idee der Veranstaltungen ist es, Menschen mit und ohne Erkrankungen zusammenzubringen, zu entstigmatisieren und in ungezwungener Atmosphäre Hilfsangebote vorzustellen.“ (Martin Schultz, Projektleiter DER LAUF)

Gemeinsam mehr bewegen. Sportliche Aktivität, Musik, Kultur, Kinderprogramm und jede Menge Informationen und Aktionen rund um mentale Gesundheit und seelische Erkrankungen. Unter diesem Motto laufen wir am 03. August 2018 auf dem Tempelhofer Feld. Gegen Depressionen. Gegen das Versteckspiel psychisch Erkrankter und gegen die Einsamkeit, die damit einhergeht. Ich möchte, dass du dabei bist. Ich möchte, dass wir gemeinsam ein Statement setzen und für seelische Gesundheit laufen!

Bewegung hilft. Ich würde fast sagen, Bewegung hilft gegen alles. So auch gegen Depressionen und psychische Leiden. Lass uns dieses Projekt gemeinsam zum Leben erwecken. Hilfsangebote treffen Sport. Betroffene treffen Menschen ohne Erkrankung. Depressionen treffen Energie.

Der Lauf für seelische Gesundheit 2018 findet am 03.08.2018 von 18:30 bis 20:30 statt. Mitmachen kann jeder ab einem Startgeld von 7€. Zwei Stunden sind Zeit zu laufen – jeder läuft so viel und so weit, wie er oder sie es kann und möchte. Jede Runde beträgt 2 Kilometer und ist damit sogar machbar für blutige Laufanfänger. Aber auch, wenn du schon mehr und weiter läufst, freue ich mich, wenn du dabei bist! Lass uns GEMEINSAM laufen. Gemeinsam gegen Depressionen und seelische Erkrankungen. Neben dem „normalen“ Lauf gibt es neu in diesem Jahr auch noch einen Lauf mit Hund. Dich wird es nicht überraschen, dass du mich bei beiden antreffen wirst!

Der Ablauf bei dem Lauf für seelische Gesundheit ist wie folgt:

18.00 Uhr Start DER LAUF KIDS / 800 Meter
18.30 Uhr Startschuss DER LAUF / so viele 2-km-Runden, wie du magst
20.30 Uhr Start DER LAUF MIT HUND / über 1 oder 2 jeweils 2-km-Runden NEU

Der Lauf liegt mir persönlich unheimlich am Herzen. Denn mit diesem Lauf können wir endlich:

a) eine breite Öffentlichkeit für das sensible Thema erreichen und
b) zeigen, dass gemeinsame Bewegung der Seele gut tut.

Als #teamlaufvernarrt möchte ich dich motivieren, dabei zu sein! Anmelden kannst du dich hier. Gib bei deiner Anmeldung einfach an, dass du zu #teamlaufvernarrt gehörst und schreib mir eine kurze E-Mail, damit wir einen Treffpunkt ausmachen können.

Übrigens findest du hier auch den Weg zur Facebook-Veranstaltung des Laufs 2018.

Depressionen sind keine Schwäche

„Ich habe Depressionen.“ – Ein Satz, der vielen Menschen nicht so leichtfällt wie mir. Depressionen lauern überall. Es ist eine Krankheit, eine schwerwiegende Erkrankung, die absolut jeden treffen kann. Es hat nichts damit zu tun, dass du zu schwach bist. Eine Depression ist kein „Sich-Anstellen“. Eine Depression ist so etwas Ernstes. Glaube mir. Wenn du selbst nicht betroffen bist, dann sind es mindestens fünf Personen in deinem Umfeld, die Kontakt mit leichten bis mittelschweren depressiven Episoden hatten. Trotzdem spricht keiner darüber. Denn Depressionen, das ist doch eine Ausrede für Menschen, die einfach nur zu schwach sind.

„Depressionen gehören heute zu den Volkskrankheiten in Deutschland. Wie bei vielen anderen psychischen Erkrankungen auch haben die Betroffenen oftmals mit Vorurteilen und Stigmatisierung zu kämpfen. Dies erschwert den Genesungsprozess mitunter erheblich.“ (Dr. Iris Hauth (DGPPN))

Wer nicht betroffen ist, der spricht möglicherweise leichtfertig davon, eine Depression gehabt zu haben. Aber eine Depression, das ist nicht etwas, das du einfach so mit einem schlechten Tag vergleichen kannst. Eine Depression sitzt tiefer. Und sie ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung.

Laufen gegen Depressionen – Sport verbindet

Bewegung ist in jeder Behandlung auf Grund von Depressionen ein adäquates Therapiemittel. Inzwischen ist eigentlich allseits bekannt, dass Bewegung unabdingbar ist für depressive und schwer depressive Menschen. Allein durch die Hormone und Neurotransmitter, die Bewegung und Sport stimulieren, hilft Sport, die Balance wiederzufinden.

Für mich jedenfalls waren der Sport, die gesunde Ernährung und nicht zuletzt die Arbeit an meiner mentalen Fitness ausschlaggebende Faktoren in der Entwicklung meiner Depressionen. Es gibt mir Kraft, fordert mich heraus und fördert meine Struktur und Disziplin. Alles förderliche Eigenschaften, wenn man die Depressionen hinter sich lassen möchte.

Bist du dabei? Unterstützt du den Lauf für seelische Gesundheit in Berlin 2018 und #teamlaufvernarrt am 03. August auf dem Tempelhofer Feld?

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One thought on “Laufen gegen Depressionen: Der Lauf für seelische Gesundheit Berlin 2018

  1. Liebe Paula,

    danke für diesen Beitrag und Deine Offenheit. Wie Du schon so treffend schreibst, nur die wenigsten können sich dazu auch offen äußern, man isoliert sich doch im Allgemeinen viel zu sehr, als dass man es an die große Glocke hängt. Auch weil man Angst vor den Reaktionen des Umfelds hat, es nicht hören kann „lach doch mal/ denk einfach an etwas schönes/ das wird schon wieder“ und man nicht als schwach gelten will.

    Auch ich habe damals ganz bewusst mit dem (Ausdauer-)Sport begonnen und kann sagen, dass es mir sehr geholfen hat. Man wird es zwar nie ganz los, aber die Täler sind nicht ganz so tief und nicht ganz so häufig wie in der Vergangenheit <3 Und das ist schon so viel wert!!

    Der Lauf in Berlin ist eine tolle Aktion, leider kann ich nicht vor Ort sein, werde aber hier in München meine Runden ziehen (und wer weiß, vielleicht schafft es die Aktion auch mal nach münchen?!).

    Viele liebe Grüße,
    Sarah

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