Die Selbstliebe – ein kompletter Guide in 23 Punkten

Was ist eigentlich Selbstliebe und warum ist sie so wichtig für deine persönliche Entwicklung? Lerne noch heute, wie du dich selbst lieben kannst und erfahre die Gründe, warum du dich selbst lieben solltest.

Denkst du auch, dass Selbstliebe mit Egoismus gleichzusetzen ist? Oder das Selbstliebe nur etwas für die reichen und schönen ist?

Selbstliebe. Ein schöner Begriff. Im letzten Jahr habe ich bereits einen Artikel darüber geschrieben, was Selbstliebe mit Fitness zu tun hat. Aber heute wird’s tiefgehender. Was überhaupt ist Selbstliebe? Und warum ist Selbstliebe so eine wichtige Basis für all die Dinge, die wir tun? Ich erzähle dir in diesem Artikel:

  • Was Selbstliebe ist.
  • Was Selbstliebe nicht ist.
  • Warum Selbstliebe so schwer ist.
  • Wozu du Selbstliebe brauchst – 8 Gründe für die Selbstliebe.
    und
  • 23 Punkte, die dir helfen, Selbstliebe zu erlernen.

Über die Selbstliebe – was ist das eigentlich?

Lass uns doch erstmal die Begrifflichkeit klären. Selbstliebe, das bedeutet eigentlich nichts anderes als sich selbst zu lieben. Und zwar bedingungslos und ohne Einschränkungen. Sie ist ein wesentlicher Teil des Selbstwerts und eng verwandt mit Selbstachtung, Selbstakzeptanz und Selbstvertrauen.

Was Selbstliebe nicht ist

Bevor du jetzt aufhörst zu lesen, weil du denkst, dass du bestimmte Makel an dir hast, die du so nicht akzeptieren willst oder aber weil Selbstliebe auf dich wie etwas Egoistisches und Egozentrisches scheint, möchte ich dir noch etwas sagen. DAS IST ES NICHT!
Im Prinzip ist die Selbstliebe eine grundlegende Einstellung dir selbst gegenüber. Ganz klar abzugrenzen ist an dieser Stelle der Narzissmus, Egozentrik und Egoismus. Das hat nämlich absolut nichts mit Selbstliebe zu tun! Das ist nämlich vielmehr ein krankhaftes Wichtigtuen zum Verstecken der eigenen Schwächen und des eigenen Selbsthasses und damit ein komplettes Gegenteil.

Selbstliebe ist nicht gleichzusetzen mit Aufgeben. Selbstliebe bedeutet nicht, dass du dein Leben lang so bleibst, wie du bist. Ganz im Gegenteil! Selbstliebe bedeutet, dich immer und in jeder Form und Lebenslage zu lieben. Dass es Dinge gibt, die du an dir verändern willst, das ist vollkommen in Ordnung und ja auch komplett im Sinne der Selbstverwirklichung und Persönlichkeitsentwicklung. Aber du solltest Dinge verändern wollen, weil du es dir wert bist und dich liebst. Nicht weil du dich hasst, nicht ausstehen kannst und bekämpfen musst..

Verstehst du nun den Unterschied? Ich hoffe, es ist klar geworden.

Warum ist Selbstliebe so schwer?

Ja, warum ist das so schwer eigentlich sich selbst zu lieben? Psychologen sind sich dort etwas uneinig. Hypothesen zwischen Leistungsdruck in der Kindheit, Traumata oder aber der allgemeine Leistungszwang in der Gesellschaft fanden mein größtes Augenmerk bei der Recherche. Wahrscheinlich ist auch schlichtweg eine Mischung aus Allem und gar nicht konkret an einer einzigen Ursache zu begründen. Doch häufig kann es helfen, sich zumindest bewusst damit auseinanderzusetzen, wenn tiefergehende Wurzeln darunterlegen und mangelnde Selbstliebe ein wirklich großes Thema ist.

Die gute Nachricht aber ist: jeder kann Selbstliebe erlernen. Und egal, wie du aussiehst, wo du dich befindest und was du machst – du kannst lernen, dich selbst zu lieben. Klingt das nach einer guten Nachricht? Ich finde schon.

Ich sage dir nicht, dass es leicht wird. Ich sage dir nur, dass es das wert sein wird. Ohne zu wissen, wie es sich eigentlich anfühlt, sich komplett der Selbstliebe zu verpflichten.

 Was ist eigentlich Selbstliebe und warum ist sie so wichtig für deine persönliche Entwicklung? Lerne noch heute, wie du dich selbst lieben kannst und erfahre die Gründe, warum du dich selbst lieben solltest.

Wozu überhaupt Selbstliebe? 8 Gründe für die Selbstliebe

Du fragst dich jetzt vielleicht, was es bringt, sich selbst zu lieben. Zurecht! Wo doch jahrelang dein Leben auch mit Selbsthass und -verachtung funktioniert hat und Selbstliebe oftmals scheint wie das Los der Leute, die zu schwach sind, sich zu ändern.

Dass Selbstliebe keine Schwäche, sondern eine absolute Stärke ist, hast du hoffentlich bereits im letzten Abschnitt verstanden. Aber was genau du davon hast, das zähle ich dir jetzt auf!

  1. Emotionale Stabilität

    Wer sich selbst liebt, der muss nicht permanent in Selbstzweifeln ausbrechen und wird somit emotional stabiler.

  2. Innere Stärke und Selbstvertrauen

    Du ruhst vermehrt in dir und kannst besser zu dir stehen. Du benötigst weniger Zuspruch von außen, aber bist auch resistenter gegen Verletzungen und Kritik, weil du dir deiner Fehler bewusst bist und diese akzeptierst oder daran arbeitest.

  3. Fähigkeit, andere zu lieben

    „Nur wer sich selbst liebt, kann andere lieben“ – wer permanent mit Selbstzweifeln, emotionalen Schwankungen und Unsicherheit zu tun hat, besitzt wenig Kapazitäten für die Liebe anderer Menschen.  Es wird dir leichter fallen, andere Menschen zu loben und ihnen Komplimente zu machen, weil du nicht permanent in der Angst leben musst, schlechter zu sein.

  4. Toleranz und Großzügigkeit

    Wer in sich ruhend und mit sich selbst im Reinen ist, hat es nicht nötig, andere Menschen niederzumachen oder zu verletzen. Fremde Fehler und Eigenarten sind leichter zu akzeptieren, wenn man sich selbst nicht permanent spiegelt und darauf wütet.

  5. Zufriedenheit und Unabhängigkeit

    Du wirst unabhängiger von der Anerkennung und dem Verhalten anderer. Das macht dich zufriedener und zum Herren deines Lebens. Natürlich freut sich jeder Mensch über ein ernstgemeintes Lob oder ist verletzt, wenn eine nahestehende Person dich kritisiert. Aber du wirst besser differenzieren lernen, was und wer wichtig ist und auf wen und wessen Meinung du verzichten kannst.

  6. Selbstachtung und Selbstwert

    Mit steigender Selbstliebe gehen automatisch auch eine steigende Selbstachtung und ein vermehrter Selbstwert einher. Das heißt, dass du dich besser behandelst und es dir leichter fällt, gut zu dir zu sein. Auch wirst du leichter für dich einstehen und Entscheidungen fällen, die für dein Wohlergehen sorgen.

  7. Eingestehen von Schwächen und Stärken

    Wenn du dich selbst liebst, kannst du deine Stärken besser wahrnehmen und wertschätzen. Aber genau so wird es dir leichter sein, deine Schwächen zu akzeptieren oder sie zu verändern, womit wir zum letzten Punkt gelangen:

  8. Selbstverwirklichung

    Ohne Selbstliebe, keine Selbstverwirklichung. Wer permanent nur an sich selbst etwas herumzunörgeln hat und niemals mit sich zufrieden sein kann, wird sich in keinster Weise selbst verwirklichen können, weil es „eh nie gut genug wird“. Genau so wenig kann sich ein narzisstischer Mensch selbst verwirklichen, der mit aller Kraft seine Schwächen leugnen und verstecken muss, weil die Einsicht nunmal der erste Weg zur Besserung ist.

Wie auch du Selbstliebe erlernst

„Ja, aber… Ich KANN mich nicht selbst lieben!“, denkst du jetzt vielleicht. Ja, vielleicht kannst du es noch nicht. Aber der erste Schritt deiner Selbstliebe wäre es, das hinzunehmen und im nächsten Schritt zu verändern ;). Denn die gute Nachricht ist: Du bist lernfähig! Zum Glück kannst du dir Selbstliebe beibringen. Die schlechte Nachricht ist: Selbstliebe ist wohl eine Lebensaufgabe und Rückschläge gehören dazu.

In 20 Punkten zur Selbstliebe:

  1. Keine Vergleiche mehr.

    Wirklich, damit schadest du dir nur selbst. Lass die Vergleiche. Egal ob mit anderen oder mit deinem 20-jährigen Ich, das so viel schlanker und hübscher gewesen sein soll.

  2. Mach Fehler.

    …und akzeptiere sie! Nur wer Fehler macht, bewegt sich voran. „Wer immer nur tut, was er schon kann, wird immer bleiben, wie er schon ist“. Also GO FOR IT! Wage etwas und stehe zu deinen Fehlern.

  3. Denke positiv.

    Jeden Tag. Mindestens drei positive Dinge. Entweder sagst du sie dir selbst oder schreibst sie auf.

  4. Mach Komplimente.

    Lobe andere Menschen und meine es so. Lass zu, dass andere Menschen bestimmte Sachen toll können, ganz ohne Rivalitätsgedanken oder Vergleich.

  5. Nimm dich selbst nicht ganz so ernst.

    Manchmal hilft es, über sich selbst zu lachen. Und in bestimmten Situationen auch einfach mal alle Fünfe grade sein zu lassen.

  6. Setze dir Ziele.

    Wo möchtest du in 3 Monaten oder 2 Jahren sein? Was möchtest du machen, können, was soll dich ausmachen? Arbeite dran! Setze dir realistische Ziele und reiss dir deinen Arsch dafür auf. Es ist gut, wenn du willst und noch besser, wenn du dabei gut zu dir selbst bist.

  7. Körperliche Bedürfnisse zuerst.

    Befriedige zuerst all deine körperlichen Bedürfnisse. Echt jetzt, das verändert dein ganzes Leben und deine Sicht auf die Dinge enorm.

  8. Feiere und belohne dich.

    Hast du irgendwas wirklich gut gemacht? Oder bist du einfach nur so eine coole Sau? Ja, dann feier‘ es! Und wenn du nichts zu feiern hast, dann finde etwas an dir, das du als feiernswert ansiehst.

  9. Respektiere andere.

    Öfter mal die Klappe halten oder auch die gedankliche Klappe halten, wenn dir andere Menschen nicht passen. Du bist nicht sie. Aber häufig sind sie der Spiegel für dich selbst. (Das gilt natürlich nicht, wenn sie dich ernsthaft verletzen oder es hierbei um deine Liebsten geht, die Scheiße bauen).

  10. Hör auf dich zu entschuldigen.

    Ich möchte, dass du dich nie mehr dafür entschuldigst, dass du du bist. Wenn du etwas Doofes getan hast, ist eine Entschuldigung völlig angebracht. Aber niemals für deinen Charakter oder dein Wesen.

  11. Lerne, „nein“ zu sagen.

    Wenn dir etwas nicht guttut oder du etwas wirklich nicht willst, tu’s nicht. Sag „nein“! Grenze dich ab von Menschen und Dingen, die dir schaden oder unnötig Energie rauben.

  12. Lerne, „ja“ zu sagen.

    Verlasse öfter mal deine Komfortzone. Da beginnt das Leben und auch die Liebe.

  13. Sei dankbar.

    Übe dich in Dankbarkeit für die Dinge, die du hast. Denn ich bin mir sicher, du findest täglich mindestens drei Sachen in deinem Leben, die schlimmer sein könnten.

  14. Lass los, was du nicht kontrollieren kannst.

    …und ändere, was dir nicht passt. Es gibt Dinge, die sind toll. Dann gibt es Dinge, die sind einfach nur okay. Und Dinge, die nerven dich. Letztere solltest du weitestgehend reduzieren. Ändere etwas daran! Und wenn du die Dinge nicht ändern kannst, dann lass sie hinter dir. Halte dich fern von Drama und und Negativfeiern.

  15. Sei nachsichtig.

    Das gilt für dich und andere. Es wird auch mal nicht so klappen, wie du es dir wünschst.

  16. Sei achtsam.

    Für dich, für deine Gefühle, für deinen Körper. Aber auch für deine Mitmenschen und ihre Belange, sofern sie dir etwas bedeuten.

  17. Verbringe Zeit mit Menschen.

    Geh raus, sprich mit (inspirierenden) Menschen, die etwas zu erzählen haben! Neue Kontakte können so viel verändern, aber auch bestehende Personen haben dir viel zu geben. Vergiss nie: Du bist der Querschnitt aus den 5 Personen, mit denen du am meisten Zeit verbringst. Also pass auf, dass du nicht zu viel Zeit mit deinem schlechtgelaunten Kollegen vertreibst.

  18. Sprich nicht schlecht über dich.

    Du bist gut so wie du bist. Auch wenn es Sachen gibt, die du verbessern kannst und noch lernen willst, das Alles berechtigt niemanden, dich zu verachten.

  19. Wähle sorgfältig deine Worte aus.

    Es gibt Worte, die in vielerlei Hinsicht mehr schaden als nützen. „Nicht“ ist so ein Ding, besonders in Verbindung mit können. Aber auch die Verallgemeinerung „man“ solltest du vermeiden, wenn es eigentlich um DICH geht. Dazu gibt es aber noch eine Reihe mehr und ich empfehle dir, dort mal einen achtsamen Blick zu werfen, welche Worte dich negativ beeinflussen.

  20. Sei ehrlich.

    Du musst nicht in jeder Sekunde deine Gedanken äußern. Aber wenn du etwas sagst, dann meine es auch so. Wie sollst du einen Lügner lieben können?

  21. Lerne deine Schwächen kennen.

    …und akzeptiere sie. Du kannst an Schwächen arbeiten und dazulernen, aber sie gehören zu jedem Menschen dazu. Schwächen sind es, die uns zu einem Unikat machen.

  22. Lerne deine Stärken kennen.

    …und lerne sie einzusetzen. Jeder Mensch hat Stärken! Welches deine sind, wirst du herausfinden, indem du Dinge ausprobierst und machst. Manchmal kannst du andere Menschen befragen, aber am besten ist es, wenn du sie selbst herausfindest und an ihnen feilst.

  23. Gib 80%.

    Perfektion ist sowas von out. Verabschiede dich von der 110%-Lüge. Werde produktiv und erreiche mehr durch weniger.

Also los! Werde der Mensch, der du wirklich sein willst und beginn damit, dich selbst zu lieben.

Du siehst also, Selbstliebe scheint ein unheimlich wichtiger Schlüssel zu Vielem zu sein und es gibt viele Wege, auf denen du deine Selbstliebe stärken kannst. Was war dir neu? Wie wirst du nun mit dem Gelernten umgehen?

 

5 thoughts on “Die Selbstliebe – ein kompletter Guide in 23 Punkten

  1. Sehr sehr toller Artikel!!!

    Ein paar Sachen setze ich davon schon um aber leider noch nicht alle, daran arbeite ich aber schon ein Weilchen 🙂

  2. Sehr schöner Beitrag und tolle Tipps! 🙂 Vielen Dank dafür! Selbstliebe ist das allerwichtigste im Leben und das sollten wir meiner Meinung nach bereits ganz früh im Kindergarten und in der Schule lernen! Ich beschäftige mich auf meinem Blog auch ganz viel mit Selbstwert und Selbstbewusstsein – schau doch gerne auch mal bei mir vorbei! Unter dem Reiter #selbst finden gibts viele Artikel zum Thema Persönlichkeitsentwicklung :-). LG Christina von http://www.happydings.net

    1. Hallo liebe Christina, danke für deine Meinung. Das stimmt absolut – ich denke auch, dass das viel bewusster gelehrt und geübt werden sollte. Ich schau gleich mal bei dir vorbei! 🙂

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